Die Neudefinition der Einheit der Masse Kilogramm, welche zum Tag der Metrologie im Jahr 2019 erfolgte, eröffnet die Möglichkeit eine primäre Messung der auf einen Messtaster wirkenden Kräfte und Momente und damit der Antastkraft durchzuführen. Dies erlaubt es auf den Einsatz von kalibrierten Kraftnormalen für die Kalibrierung der Antastkraft des Messtasters zu verzichten und die Antastkräfte trotzdem genauer zu ermitteln. Das in der Wägetechnik entwickelte und eingesetzte Kibble-Waagen-Prinzip ermöglicht auch technische Neuheiten in der Koordinatenmesstechnik.
Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts (https://lnkd.in/eAawke7y) und mit gemeinsam von dem Institut für Prozessmesstechnik der Technischen Universität Ilmenau und dem Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführten Arbeiten wird derzeit dieser Ansatz in einem neuartigen Messkopf umgesetzt und untersucht. Der Aufbau verzichtet dabei vollständig auf Federelemente zur Messkrafterzeugung. Der Taster und die Tasterwechselplatte levitieren durch die geregelten Lorentzkräfte von sechs Voice-Coil-Aktoren in einer Hexapod-artigen Anordnung. Die Positions- und Orientierungserfassung für die Regelung und Koordinatenmessung erfolgt mit drei zweiachsigen optischen Positionssensoren.
Der erste Artikel über den Aufbau und die Funktionsweise des Messtasters wurde in der Zeitschrift tm – Technisches Messen publiziert (https://lnkd.in/eH_tGR69).
Gibt es in der taktilen Koordinatenmesstechnik wirklich keine technischen Neuheiten mehr?
